Sicherheitsanalyse: Ergebnisse und erste Maßnahmen für unsere Verbandsgemeinde

Diesen Fragen ging eine Bürgerbefragung zum subjektiven Sicherheitsgefühl nach, deren Ergebnisse und Empfehlungen vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism gGmbH) aufbereitet wurden.

An der offenen Online-Befragung, die vom 14. Januar bis zum 27. Februar 2026 stattfand, beteiligten sich insgesamt 846 Bürgerinnen und Bürger. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Zufriedenheit mit dem eigenen Wohnumfeld, das persönliche Sicherheitsgefühl an verschiedenen Orten, die Wahrnehmung von Herausforderungen im öffentlichen Raum sowie mögliche Verbesserungsmaßnahmen.

Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Viele Menschen leben gerne in unserer Verbandsgemeinde und bewerten ihr Wohnumfeld positiv. Gleichzeitig gibt es Bereiche, in denen sich die Teilnehmenden konkrete Verbesserungen wünschen.

  • Hohe Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld

    Ein erfreuliches Ergebnis der Befragung ist die hohe Zufriedenheit mit dem Leben in unserer Verbandsgemeinde.

    • 76,2 % der Teilnehmenden sind mit ihrer eigenen Wohngegend zufrieden oder sehr zufrieden.
    • 73,8 % sind mit der Lebensqualität in der Verbandsgemeinde zufrieden oder sehr zufrieden.

    Diese Rückmeldungen verdeutlichen, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihr unmittelbares Lebensumfeld positiv wahrnehmen.

    Gleichzeitig zeigt die Befragung, dass auch in einem grundsätzlich positiv bewerteten Wohnumfeld einzelne Themen besonders beschäftigen und Verbesserungen gewünscht werden.

  • Wo sehen die Bürgerinnen und Bürger Verbesserungsbedarf?

    Ein Schwerpunkt der Befragung lag auf Situationen, die im Alltag wahrgenommen und als störend oder problematisch empfunden werden.

    Besonders häufig wurden folgende Sachverhalte in der eigenen Wohngegend beobachtet und zugleich als großes oder sehr großes Problem bewertet:

    • 66,6 % – zu hohe Geschwindigkeiten von Fahrzeugen
    • 45,2 % – Hundekot
    • 43,7 % – unerlaubt parkende Fahrzeuge
    • 41,5 % – Abfall und Verschmutzung
    • 22,9 % – Vandalismus
    • 21,1 % – unerlaubt abgestellter Sperrmüll

    Insbesondere die Themen Verkehr und Sauberkeit spielen für viele Teilnehmende eine wichtige Rolle.

    Dies bestätigt sich auch bei der Frage, in welchen Bereichen ein großer oder sehr großer Handlungsbedarf gesehen wird:

    • 66,3 % bei der Verkehrssicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer
    • 60,4 % bei der Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger
    • 45,2 % bei Müll und Verschmutzung
    • 43,8 % beim sozialen Zusammenhalt

    Auch in den frei formulierten Rückmeldungen wurden Verkehrssicherheit, Rad- und Fußwege, Parksituationen und Geschwindigkeiten besonders häufig angesprochen.

    Die Ergebnisse machen deutlich, welche Themen die Teilnehmenden im Alltag besonders beschäftigen und wo sie sich Veränderungen wünschen.

  • Das persönliche Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum

    Ein weiterer Bestandteil der Untersuchung war die Frage, wie sicher sich die Menschen an ausgewählten öffentlichen Orten fühlen.

    Dabei zeigen sich insbesondere zwischen Tageslicht und Dunkelheit deutliche Unterschiede.

    Am Bahnhof fühlen sich bei Tageslicht 87,3 % der Befragten sehr oder eher sicher. Bei Dunkelheit liegt dieser Anteil bei 49,7 %.

    Auf Rad- und Wirtschaftswegen fühlen sich bei Tageslicht 84,4 % sehr oder eher sicher. Bei Dunkelheit geben dagegen 53,7 % an, sich eher oder sehr unsicher zu fühlen.

    Diese Unterschiede verdeutlichen, dass das persönliche Sicherheitsgefühl auch von der jeweiligen Umgebung und Tageszeit beeinflusst wird.

    Die Ergebnisse beschreiben dabei die subjektive Wahrnehmung der Teilnehmenden. Sie helfen, Bereiche zu erkennen, in denen sich Bürgerinnen und Bürger mehr Sicherheit und ein angenehmeres Umfeld wünschen.

  • Welche Verbesserungen wünschen sich die Teilnehmenden?

    Neben der Bewertung bestehender Situationen wurden die Bürgerinnen und Bürger auch nach möglichen Maßnahmen zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls gefragt.

    Als besonders geeignet wurden unter anderem folgende Ansätze bewertet:

    • 59,4 % – Verbesserung der Sauberkeit im öffentlichen Raum
    • 52,5 % – Ausbau gewaltpräventiver Angebote für Kinder und Jugendliche
    • 44,5 % – Verbesserung der Straßenbeleuchtung
    • 41,7 % – Verstärkung der Polizeipräsenz

    Die Werte umfassen jeweils die Antworten „trifft voll zu“ und „trifft eher zu“.

    Damit liefert die Befragung nicht nur Hinweise auf wahrgenommene Herausforderungen, sondern auch darauf, welche Verbesserungsansätze aus Sicht der Teilnehmenden sinnvoll erscheinen.

Erste Maßnahmen: So reagiert die Verbandsgemeinde

Die Ergebnisse der Sicherheitsanalyse sollen nicht nur veröffentlicht, sondern auch für die weitere Arbeit genutzt werden.

In Abstimmung mit der Verbandsgemeindeverwaltung wurden bereits erste Maßnahmen formuliert, die verschiedene Anliegen aus der Befragung aufgreifen.

  • Verkehrssicherheit und Parken

    An ausgewählten Gefahrenstellen sind verstärkte Kontrollen gegen unerlaubtes Parken durch die Hilfspolizei vorgesehen.

    Auch das Thema Geschwindigkeit wird aufgegriffen. Hierzu wurde die Prioritätenliste für Radarkontrollen aktualisiert. Darüber hinaus ist ein Austausch mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) über die mögliche Einführung von Tempo 30 auf Landesstraßen vorgesehen.

  • Radwege und sichere Schulwege

    Zur Verbesserung der Radwegesituation soll der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) um Vorschläge für mögliche Maßnahmen gebeten werden. Dabei sollen insbesondere die bestehenden Zuständigkeiten, finanziellen Möglichkeiten und Förderangebote berücksichtigt werden.

    Auch die Sicherheit von Schulwegen ist Bestandteil der ersten Maßnahmen.

    In der Iggelheimer Straße, Dudenhofen ist die Installation einer Lichtanlage vorgesehen. Für die Speyerer Straße, Dudenhofen soll beim LBM die Prüfung einer weiteren Lichtanlage beantragt werden.

  • Beleuchtung und Sauberkeit

    Die Beleuchtungssituation sowie die Sauberkeit im öffentlichen Raum sollen gemeinsam mit den Ortsgemeinden betrachtet werden.

    Hierzu ist ein Austausch über mögliche Verbesserungen vorgesehen. Beim Thema Sauberkeit geht es beispielsweise um die Anzahl und Leerung öffentlicher Mülleimer sowie um das Thema Hundewiese.

    Nicht alle Maßnahmen können unmittelbar umgesetzt werden. Einige befinden sich noch in der Prüfung oder erfordern Abstimmungen mit weiteren zuständigen Stellen.

Transparenz und Bürgerdialog stärken

Neben den konkreten Verbesserungsmaßnahmen ist auch der weitere Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern ein wichtiger Bestandteil der Empfehlungen.

Vorgesehen ist ein zweimal jährlich stattfindender Bürgerdialog zu Verkehrsthemen. Dieser soll die Möglichkeit bieten, Anliegen aufzugreifen, über laufende und geplante Maßnahmen zu informieren und Zuständigkeiten verständlich zu erläutern.

Darüber hinaus sollen die Rückmeldungen auf gemeldete Probleme verbessert werden. Ziel ist es, den Umgang mit Hinweisen und Anliegen für die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbarer zu gestalten.

Gemeinsam unsere Verbandsgemeinde weiterentwickeln

Die Sicherheitsanalyse bietet wertvolle Einblicke in die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Wünsche der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger.

Sie zeigt, dass viele Menschen mit ihrem Wohnumfeld zufrieden sind. Gleichzeitig benennt sie konkrete Bereiche, in denen Verbesserungsbedarf gesehen wird.

Unser Ziel ist es, diese Rückmeldungen ernst zu nehmen, Herausforderungen offen anzusprechen und transparent darzustellen, welche Maßnahmen daraus abgeleitet werden.

Dabei ist uns wichtig, nicht nur über bereits angestoßene Schritte zu informieren, sondern auch deutlich zu machen, wo weitere Prüfungen, Abstimmungen und Entwicklungen notwendig sind.

Wir bedanken uns herzlich bei allen 846 Bürgerinnen und Bürgern, die sich an der Befragung beteiligt haben.