Invasive Ameise oder heimische Art?

In unserer Region wird aktuell vermehrt über das Auftreten der invasiven Ameisenart Tapinoma magnum (auch „Große Drüsenameise“) berichtet. Diese Art breitet sich seit einigen Jahren zunehmend auch in Rheinland-Pfalz aus und stellt Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger vor Herausforderungen.

  • Was ist Tapinoma magnum?

    Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart wurde vermutlich über Pflanzenimporte nach Deutschland eingeschleppt.

    Typisch für diese Ameise ist ihr Auftreten in sehr großen Kolonien („Superkolonien“) mit vielen Königinnen, die sich stark ausbreiten können.

    Für den Menschen besteht keine direkte Gesundheitsgefahr – jedoch kann es zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen.

  • Bevorzugter Lebensraum

    • Warme, sonnige und trockene Bereiche
    • Sandige Böden unter Pflastersteinen
  • Geruch

    Zerdrückte Ameisen verströmen einen unangenehm ranzig-buttrigen oder acetonischen Geruch. Hier ist der Unterschied: Heimische Ameisen haben keinen auffälligen Geruch.

  • Aussehen

    • Größe: Tapinoma magnum ist zwischen 2 und 4 Millimeter groß. Die Arbeiterinnen variieren oft in ihrer Größe (2,5 bis 3,5 mm).
    • Farbe: Die Ameisen sind schwarz. 
  • Warum ist die Ameise problematisch?

    Die Art kann in großen Mengen auftreten und dabei:

    • Wege, Terrassen und Pflasterflächen unterhöhlen
    • Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursachen
    • in Häuser eindringen
    • andere heimische Ameisenarten verdrängen

    Auch technische Infrastruktur wie Strom- oder Internetleitungen kann beeinträchtigt werden.

  • Woran erkennt man einen Befall?

    Ein Befall ist oft nicht sofort eindeutig zu bestimmen. Hinweise können sein:

    • viele Ameisen gleichzeitig, oft in „Straßen“
    • sichtbarer Erdauswurf an Nestern
    • unterschiedlich große Tiere innerhalb eine Kolonie
    • sehr aktives, teilweise aggressives Verhalten
    • ungewöhnlicher Geruch bei Störung

    Eine sichere Bestimmung ist jedoch nur durch Fachstellen möglich.

  • Was tun bei Verdacht?

    Wenn ihr einen Verdacht auf einen Befall habt:

    • Meldet euch bitte bei eurer zuständigen Verwaltung
    • Gibt es innerhalb der Verbandsgemeinde einen Fall? Dann gerne bei Anne Kuschnik melden unter anne.kuschnik@vgrd.de oder 06232 656-177
    • Dokumentiert den Befall (Fotos, Ort)
    • Verzichtet auf eigenständige Bekämpfungsversuche mit ungeeigneten Mitteln
  • Wie geht es weiter?

    Die Ausbreitung der Ameise stellt viele Kommunen vor neue Herausforderungen. Ziel ist es, gemeinsam mit Fachstellen geeignete Maßnahmen zu prüfen und abgestimmt vorzugehen. Dabei ist eure Mithilfe ein wichtiger Baustein, um frühzeitig reagieren zu können.